Weinanbaugebiete in Österreich

Der Weinanbau in Österreich hat eine lange Tradition und geht bis auf die Kelten, 400 v.Chr. zurück. Heute werden auf einer Fläche von 50 000 Hektar in 32 000 Betrieben etwa 2,5 Millionen Hektoliter Wein pro Jahr erzeugt.

Das größte Weinanbaugebiet Österreichs befindet sich in Niederösterreich. An den terrassenförmigen Hängen wird bis auf eine Seehöhe von 450 Metern Weinbau betrieben. In der Wachau werden zu 90% Weißweine erzeugt. Darunter auch die wichtigste Rebsorte Österreichs, der Grüne Veltiner, weiterhin der feinfruchtige Muskateller oder der seltene Rheinriesling, welcher auf den Urgesteinsböden der Wachau besonders gut gedeiht. Das angrenzende Kremstal zählt zu den ältesten Weinanbaugebieten Österreichs. Die Klöster des Bistums Passau förderten den Weinbau hier über Jahrhunderte. In Krems befindet sich, neben einem Weinbaumuseum, auch eine Weinbauschule, ebenso ist der Ort Veranstalter der Niederösterreichischen Weinmesse. Weiterhin zählen die Ortschaften um das Rokokostift Göttweig zum Weinbauzentrum des Kremstales. Neben Grünem Veltiner, Rheinriesling und Müller-Thurgau erfreuen sich auch Rosèweine aus Saint-Laurent oder Portugieser immer größerer Beliebtheit.

Das Weinviertel ist das größte Weinbaugebiet Niederösterreichs. Im heißen, trockenen Klima, an den Südhängen der Weinbauzentren Retz, Röschnitz oder Pulkau, wird der fruchtige Grüne Veltiner, Weißer Burgunder oder kräftiger Neuburger erzeugt. Das milde Klima lässt auch Rotweine, wie den süffigen, milden Blauen Portugieser gedeihen.

Nahe der ungarischen Grenze, um den Neusiedler See, erstreckt sich das zweitgrößte Weinanbaugebiet Österreichs, das Burgenland. Das sonnenverwöhnte Klima bringt bekömmliche, milde Weine hervor. Neben dem Grünen Veltiner dominiert der Welschriesling. Nur hier gedeiht die Bouviertraube, welche zu Dessertweinen verarbeitet wird. Rust gilt als Weinbauzentrum des Neusiedler Sees. Der Ruster Ausbruch galt bereits im Mittelalter als hochgeschätzte Traube.

An Steilllagen bis in 700 Meter Höhe gedeihen die Trauben im kleinsten Weinbaugebiet Österreichs, der Steiermark. Die Kultivierung der steilen, steinigen Hänge ist oft nur mittels Seilzug möglich. Erzeugt werden der spritzige Welschriesling, Muskatweine aus Sauvignon Blanc und Traminer. Spezialitäten sind der Schilcherwein, ein spritziger Rosèwein aus der Weststeiermark, welcher nur aus der Blauen Wildbachertraube gekeltert werden darf, sowie der Steirische Junker, ein trockener, junger Wein.

Die Wiege des Weinbaus in Österreich liegt in dessen Metropole Wien. Mehrere Stockwerke tief unter der Innenstadt verlaufen die riesigen Weinkeller. Bekannteste Anbauflächen befinden sich in Grinzing, Sievering und Heiligenstadt. Wiener Weißweine gelten als elegant und spritzig. Hauptsächlich werden Grüner Veltiner, Rheinriesling und Traminer gekeltert. Seit dem 19. Jahrhundert hat der Heurige Tradition. Die Bezeichnung gilt für den Wein der letzten Ernte ebenso wie für die Buschenschank, welche ihn vertreiben darf.

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