Die Wachau - Weinanbau mit jahrtausendelanger Tradition

In Niederösterreich - etwa 80 Kilometer westlich von Wien - liegt das wichtigste und zugleich älteste Weinanbaugebiet des Landes: die Wachau. Bereits zur Zeit der römischen Besiedlung wurde an den Steilhängen oberhalb der Donau Wein angebaut. Einige Jahrhunderte später, im Mittelalter, waren die Weine der Wachau bereits europaweit gefragt.

Die Grenzen der Wachau sind klar definiert. Sie umfasst lediglich das 33 Kilometer lange Donautal zwischen Melk mit seinem weltberühmten Benediktinerkloster Stift Melk und dem mehr als 1000 Jahre alten Krems an der Donau. Auch Österreichs bekanntestes Weingut liegt in der Wachau: die Genossenschaft Freie Weingärtner Wachau vor den Toren der Stadt Dürnstein, einem der bekanntesten touristischen Ziele Österreichs. Im Jahr 2001 wurde die einmalige Kulturlandschaft der Wachau zusammen mit der Altstadt von Krems und den Stiften Melk und Göttweig in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Ein Geheimnis der bemerkenswerten Wachauer Weißweine ist sicher das spezielle Mikroklima des Donautals. Während von Osten her trockene Warmluft einströmt, dringt von Süden kühlere und feuchtere Luft in die Wachau ein. Die dadurch entstehende fast permanente Luftzirkulation beeinflusst das Bukett der Trauben ganz entscheidend. Zusammen mit den kargen, teils lößigen und talabwärts zunehmend sandigen Urgesteinsböden führt dieses Klima zur typischen Charakteristik der Hauptweine der Wachau: Grüner Veltliner und Riesling. Doch auch Neuburger, Gelber Muskateller, Traminer, Chardonnay, Weißbudgunder und Sauvignon Blanc finden an den steilen Hängen hervorragende Wachstumsbedingungen.

Im Jahre 1983 gründeten Wachauer Winzer die Vinea Wachau. Ihr Ziel ist es, Qualität, Ursprung und Reinheit der Wachauer Weine zu schützen. Die Mitglieder der Vinea – heute fast 200 Winzer, die etwa 85% der Anbaufläche in der Wachau kontrollieren - verpflichten sich zur ausschließlichen Kelterung von Weinen aus ihrem gesetzlich abgegrenzten und geschützten Anbaugebiet. Außerdem enthält der Codex Wachau ein klares Nein zur Verwendung chemischer Veränderungsprozesse sowie geschmacksbeeinflussender Zusätze - umso deutlicher das Ja der Vinea zu naturbelassener Weinproduktion.

Darüber hinaus führte die Vinea Wachau eine Kategorisierung ihrer Qualitätsweine anhand ihres natürlichen Alkoholgehaltes ein - eine europaweit einzigartige Orientierungshilfe für den Weintrinker. Steinfelder, Federspiel und Smaragd gelten heute nicht nur jedem Freund österreichischen Weines als Inbegriff der Wachauer Weißweinkunst, sondern sie ermöglichen auch die Einteilung der trockenen Weißen aus der Wachau in drei „Schweregrade“, wobei Steinfelder die leichten Weine mit einem Alkoholgehalt bis zu 11,5% beschreibt. Während Federspiel für die „Mittelgewichte“ zwischen 11,5 und 12,5% steht, sind Smaragdweine die besten und wertvollsten Tropfen der Wachau mit einem Alkoholgehalt von mindestens 12,5%.

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