Der Wagram - blaue Donau, gelber Löss und Grüner Veltliner
Der Wagram ist ein Höhenzug in Niederösterreich, der sich etwa 15 km östlich von Krems nach Stetteldorf erstreckt, das sind ca. 25 km (nördlich der Donau). Entstanden ist der Wagram während der letzten Eiszeit aus einem Ufer der früheren Donau; man findet hier neben tertiären Meeressanden auch glazialen Donauschotter, darüber liegt eine bis zu 12 m mächtige Löss-Ablagerung, die typisch für das Wagram-Gebiet ist. Der Löss ist ein feinkörniges, äolisches Sediment aus Quarz, Kalk und Ton mit charakteristischer Gelbfärbung (geringer Eisengehalt), aufgrund seiner Porosität hat er ein hohes Wasserspeichervermögen.
Das Weinbau-Gebiet Wagram (ehem. Donauland) wurde nach diesem Höhenzug benannt, es ist eines von acht Weinbau-Gebieten in Niederösterreich. Viele Weinbauorte enthalten im Namen den Zusatz „am Wagram“ wie z.B. Fels am Wagram, Stetteldorf am Wagram, Kirchberg am Wagram oder Königsbrunn am Wagram; weitere bekannte Weinorte sind z.B. Gösing, Riedenthal und Feuersbrunn. Seit dem Jahrgang 2007 ist die Benennung „Wagram“ für das Gebiet gültig, die frühere Bezeichnung „Donauland“ (1995-2007) konnte sich nicht etablieren. Das gesamte Weinbaugebiet umfasst eine Rebfläche von ca. 2.800 ha, die von etwa 1.700 Weinbaubetrieben betreut wird. Der größte Teil der Fläche mit 2.450 ha liegt nördlich der Donau; das wesentlich kleinere Anbaugebiet auf der Donau-Südseite mit nur 350 ha wurde bei der Umbenennung in den Status einer Großlage („Klosterneuburg“) überführt.
Die Ausrichtung nach Süden, das günstige Klima und der porenhaltige Lössboden sind sehr günstige Voraussetzungen für den Weinbau; die wellige Landschaft führt zudem noch zu lokalen Besonderheiten einzelner Lagen. Unbestritten ist der Grüne Veltliner die Hauptrebsorte am Wagram, nahezu 60 % der Rebfläche sind mit dieser Sorte bestockt; ca. 10 % Flächenanteil hat die Rebsorte Müller-Thurgau, ähnlich wie der Zweigelt mit 8 %; es werden jedoch in geringem Umfang auch Chardonnay, Riesling, Roter und Frühroter Veltliner, Merlot, Pinot Noir oder Blauer Portugieser angebaut, insgesamt liegt der Hauptanteil mit über 80 % aber auf den weißen Sorten.
Der Qualitätsanspruch wird im Weinbaugebiet Wagram sehr hoch angesetzt, dafür stehen auch die beiden Winzervereinigungen „Wagramer Selektion“ (14 Winzer) und „Weingüter Wagram“ (12 Weingüter). Ihre Mitglieder sind der Garant für gleich bleibend hohe Qualität bei den fruchtig-spritzigen Weißweinen oder den gehaltvollen, dichten Rotweinen; einige Winzer bieten neben Wein auch Edelbrände oder Traubensäfte an (z.B. Weingut Weinlinger).
Am Wagram wird schon seit langem umweltschonender Weinbau betrieben, v.a. von den jüngeren Winzern wie z.B. Anton Bauer in Feuersbrunn; auch auf dem Weingut Leth in Fels am Wagram wird auf Herbizide verzichtet, zudem hat der Winzer alte Rebsorten gesammelt und angebaut (z.B. Brauner Veltliner, Elvira, Grünling, Noah, Königsast).
Alle Weine können entweder entlang der „Wagramer Weinstraße“ oder in der „Gebietsvinothek Region Wagram“ (Alter Winzerkeller, Kirchberg am Wagram) verkostet werden, und der „Heurigenkalender“ gibt Auskunft, wo und wann der nächste Ausschank zu finden ist. Die Vielfalt der Landschaft und der Weine ist etwas für Individualisten, die ohne Hast die schöne Gegend erkunden und sicher ihren ganz speziellen „Wagram-Wein“ entdecken werden.
